Eine Orientierung, keine tägliche Trinkprüfung
- Für 4- bis 12-Jährige liegen altersbezogene Richtwerte für Getränke ungefähr bei 0,9 bis 1,2 Litern pro Tag. Aktivität, Wetter und individuelle Situation verändern den Bedarf.
- Getränkemenge und gesamter Wasserbedarf sind nicht dasselbe: Auch Essen liefert Wasser. Zahlen aus unterschiedlichen Tabellen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
- Wasser regelmässig anbieten, erreichbar machen und Pausen einplanen. Eine bestimmte Flasche muss nicht unter Druck leergetrunken werden.
Wie viel Wasser brauchen Kinder je nach Alter?
Die DGE nennt für übliche Bedingungen folgende Richtwerte für die tägliche Wasserzufuhr durch Getränke. Es geht um die gesamte Getränkemenge eines Tages, nicht um eine zusätzliche Menge neben bereits getrunkenem Wasser.
- 4 bis unter 7 Jahre: 940 Milliliter, also ungefähr 0,9 Liter.
- 7 bis unter 10 Jahre: 970 Milliliter, also ungefähr 1 Liter.
- 10 bis unter 13 Jahre: 1170 Milliliter, also ungefähr 1,2 Liter.
Das sind Orientierungswerte für gesunde Kinder, keine millilitergenaue Vorgabe. Die Schweizer Ernährungsscheibe für 4- bis 12-Jährige formuliert die Alltagsempfehlung als vier bis fünf Gläser Wasser. Dabei hängt die Menge natürlich auch von der Glasgrösse ab.
Der Eintrag Wasser im Nährstoffwissen erklärt die Grundlagen. Bei medizinisch vorgegebenen Trinkmengen gilt die individuelle Anweisung.
Warum manche Tabellen deutlich höhere Zahlen zeigen
Wasser steckt auch in Lebensmitteln: zum Beispiel in Gemüse, Früchten, Joghurt und Suppen. Zusätzlich entsteht bei Stoffwechselvorgängen Wasser. Eine Tabelle zur Gesamtwasserzufuhr berücksichtigt deshalb mehr als das, was in der Trinkflasche landet.
Wenn ihr online unterschiedliche Zahlen findet, schaut zuerst auf die Überschrift: Geht es um Getränke, um Getränke plus feste Nahrung oder um die Gesamtwasserzufuhr? Prüft ausserdem die Altersgruppe. Ein Wert für Erwachsene ist kein Kinderziel.
Im Alltag hilft eine einfache Frage mehr als komplizierte Rechnungen: Wann hat mein Kind überhaupt Gelegenheit zu trinken? Eine volle Flasche kann bedeuten, dass der Deckel klemmt, die Flasche im Rucksack bleibt oder das Kind die Toilette in der Schule ungern benutzt.

Nicht aus einer Zahl zwei Ziele machen
Wenn ein Richtwert etwa einen Liter Getränke nennt, ist damit nicht ein zusätzlicher Liter neben Frühstücksgetränk und Schulflasche gemeint. Entscheidend ist die Menge über den ganzen Tag – angepasst an die Situation.
Welche Getränke eignen sich im Alltag?
Wasser ist der unkomplizierteste Durstlöscher. Je nach Vorliebe passt Hahnenwasser oder Mineralwasser, still oder mit Kohlensäure. In der Schweiz ist Hahnenwasser grundsätzlich eine gute Wahl; lokale Hinweise zur Wasserqualität sind zu beachten. Ungesüsster Kräuter- oder Früchtetee kann Abwechslung bieten.
Saft, Sirup und süsse Getränke sollten Wasser nicht dauerhaft verdrängen. Milch liefert ebenfalls Flüssigkeit, gehört wegen ihrer Nährstoffe aber als Lebensmittel in die Ernährung und ist nicht der Standard-Durstlöscher. Koffeinhaltige Energydrinks sind für Kinder ungeeignet.
Wenn Wasser bisher selten getrunken wird, beginnt mit einer konkreten Situation: ein Glas zum Abendessen oder eine gut erreichbare Flasche beim Spielen. Ihr müsst nicht alle Gewohnheiten gleichzeitig verändern. Mehr zur Einordnung süsser Getränke steht im Artikel über Zucker bei Kindern.
Eine Trinkroutine, die auch in der Schule funktioniert
Probiert einen Tag lang gemeinsam aus, wo das Trinken leichtgeht und wo es vergessen wird. Die Beobachtung soll keine Kontrolle sein. Lasst euer Kind erklären, ob Wasser nachfüllbar ist und wann Pausen möglich sind.
- Morgens: ein Getränk zum Frühstück bereitstellen.
- Für unterwegs: eine Flasche wählen, die das Kind selbst öffnen und sicher verstauen kann.
- In der Schule: klären, wann getrunken und wo nachgefüllt werden darf.
- Nachmittags: nach Heimweg, Spielen oder Training eine Trinkpause anbieten.
Eine 500-Milliliter-Flasche ist ein Behälter, keine vollständige Tagesversorgung. Was zu Hause getrunken wird, zählt mit. Umgekehrt muss eine am Nachmittag volle Flasche nicht sofort auf einmal geleert werden. Bietet regelmässige Gelegenheiten statt einen abendlichen Aufholwettbewerb.
Morgen ausprobieren: den Stolperstein finden
Stellt keine neue Regel auf, bevor ihr den Alltag angeschaut habt. Vielleicht braucht es nur einen leichteren Verschluss, einen festen Platz auf dem Tisch oder die Erlaubnis zum Nachfüllen. Wählt gemeinsam eine kleine Änderung und schaut nach ein paar Tagen, ob sie hilft.
Was sich bei Hitze, Sport oder Krankheit verändert
Bei warmem Wetter, körperlicher Aktivität und starkem Schwitzen wird häufig mehr Flüssigkeit gebraucht. Packt für Ausflüge genug Wasser ein und plant Nachfüllmöglichkeiten. Eine fixe Zusatzmenge für jedes Kind und jede Sportstunde wäre zu pauschal.
Bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall braucht die Situation besondere Aufmerksamkeit. Bei deutlichem Flüssigkeitsverlust können geeignete Rehydratationslösungen nötig sein; lasst euch dazu medizinisch oder in der Apotheke beraten. Sportgetränke sind kein gleichwertiger Ersatz.
Deutlich weniger Urin, trockener Mund und ungewöhnliche Müdigkeit können Warnzeichen sein. Bei anhaltendem Erbrechen, kaum Flüssigkeitsaufnahme oder auffälliger Schläfrigkeit rasch medizinische Hilfe suchen. Ist ein Kind schwer weckbar oder wirkt schwer krank, ist das ein Notfall.
Häufige Fragen zur Trinkmenge bei Kindern
Müssen alle Kinder zwei Liter trinken?
Zählen Suppen und Obst mit?
Was tun, wenn die Flasche voll zurückkommt?
Ist starkes Trinken immer unproblematisch?
Wie viel sollten Kinder täglich trinken?
Als Orientierung nennt die DGE etwa 0,9 Liter Getränke für 4- bis 6-Jährige, 1 Liter für 7- bis 9-Jährige und 1,2 Liter für 10- bis 12-Jährige. Bei Hitze und Bewegung kann mehr nötig sein. Essen trägt zusätzlich zur Wasserzufuhr bei.
Quellen & Einordnung
Hier kannst du die fachlichen Grundlagen nachlesen. Unsere Alltagstipps sind Beispiele, keine berechneten Versorgungspläne.
- DGE · Wasser ↗
Richtwerte getrennt nach Getränken, fester Nahrung und Gesamtwasser.
- SGE · Schweizer Ernährungsscheibe ↗
Alltagsorientierung für Kinder von 4 bis 12 Jahren.
- BZfE · Gesund essen mit Kindern ↗
Geeignete Getränke und Trinksituationen.
- NHS · Dehydration ↗
Warnzeichen und medizinische Hilfe bei möglicher Austrocknung.
- NHS · Excessive thirst ↗
Auffälliger anhaltender Durst braucht eine eigene Beurteilung.
Quellenstand: 13. Oktober 2026. Allgemeine Ernährungsinformation; kein Nachweis einer Pureli-Produktwirkung und kein Ersatz für individuelle medizinische Beratung.
